[icon] B.B.'s Backup - Abbasowas! Der Mann von heute ist dressierter denn je
View:Recent Entries.
View:Archive.
View:Friends.
View:User Info.
View:Website (Abbasowas!).

Subject:Abbasowas! Der Mann von heute ist dressierter denn je
Time:01:30 am

A B B A S O W A S !

- - -

G E S C H L E C H T E R - R O L L E N




Hier noch was aus dem Schweizerischen BEOBACHTER, wo sich ein Mann mal darüber Gedanken gemacht hat, was er doch eigentlich für ein armes Schwein ist...


Psychologie:

Der Mann von heute ist dressierter denn je



In den Augen vieler Frauen sind Männer nichts weiter als machthungrige Machos. Beobachter-Psychologe Koni Rohner dreht für einmal den Spiess um und zeigt bewusst subjektiv und provokativ auf, was es heisst, ein Mann zu sein.

Von Koni Rohner

Es ist schon viel über die Benachteiligung der Frauen geschrieben und gesagt worden. Wie aber stehts um die Männer? Sind sie wirklich derart bevorteilt, wie viele Frauen es glauben wollen? Fünf Thesen.

1. Das Patriarchat ist ein Mythos

Die gängige Meinung in unserer Gesellschaft ist, dass Männer alle Privilegien und Vorteile hätten und die Frauen nach wie vor unterdrücken würden. Männer sollen angeblich mehr Macht, mehr Freiheit und mehr Glück im Leben haben.
Das ist ein Mythos, der seltsamerweise von Frauen wie Männern akzeptiert wird. Ich ganz persönlich kenne keinen wirklichen Patriarchen. Mein Grossvater, der aus bäuerlichen Verhältnissen stammte, glaubte noch von sich selber, einer zu sein. Aber wenn die Grossmutter sagte: «Der Kirschbaum kommt mir nicht weg», dann blieb der Kirschbaum auch stehen. Und als sie keine Lust mehr auf «das Züüg», also Sex, hatte, zog sie in ein anderes Zimmer.
Wenn ich heute Familien auf ihrem Sonntagsspaziergang an meinem Haus vorbeigehen sehe, habe ich eher den Eindruck eines Matriarchats. Da führt nämlich oft eine Frau Mann und Kinder spazieren.
Dass Durchschnittsmänner an ihrem Arbeitsplatz viel Macht haben, stimmt einfach nicht. In aller Regel sind sie reine Befehlsempfänger, müssen feste Arbeitszeiten einhalten und kämpfen darum, ihren Arbeitsplatz behalten zu dürfen. Frauen, die im Eigenheim Haushalt, Garten und Kinder betreuen, haben häufig sehr viel mehr Macht und Gestaltungsfreiheit.
Ich vermute, dass sich das Gerede von den angeblichen Patriarchen so lange hält, weil es eine Funktion erfüllt. Bei den Frauen rechtfertigt es alle erdenkliche Kritik am Verhalten der Männer, und auch die Männer sehen sich lieber als Herrscher, die gnädig vom hohen Ross steigen, denn als Leidende und Verlierer in der Gesellschaft.

2. Die Arbeitswelt ist ungesund

Der Hauptinhalt eines durchschnittlichen Männerlebens besteht darin, sich in der Berufswelt zu behaupten. Von feministischer Seite wurde immer wieder betont, wie attraktiv dies im Vergleich zur Arbeit im Haus, im Garten und mit den Kindern sei. Ich bin da anderer Meinung. Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren immer schärfer zur Konkurrenzgesellschaft entwickelt. Das heisst, dass eigentlich jeder der Feind des anderen ist. Denn jeder versucht, Karriere zu machen, möglichst viel Geld zu verdienen und sich durchzusetzen. Einigen wenigen gelingt ein Aufstieg. Der Rest kämpft bis zur Pension darum, einigermassen mithalten zu können.
Die Produktivität der Arbeitnehmer soll laufend gesteigert werden, als ob sie Maschinen wären. Für ihre Lebensqualität interessiert sich kaum jemand. Arbeit bedeutet für die meisten Unterwerfung, Anpassung und Kampf – nur selten wirklich Selbstentfaltung und Zufriedenheit. In einer Selbsterfahrungsrunde hat jemand treffend formuliert: «Mit 20 habe ich den Autopiloten eingeschaltet, und der hat mein Leben bis heute gesteuert.»
Gewiss, auch Arbeitnehmerinnen stehen unter Stress. Männer allerdings müssen in der Regel sich selber ernähren und erst noch genügend Geld nach Hause bringen, um eine Frau und zwei Kinder versorgen zu können.

3. Die Versorgerrolle ist undankbar

In der Psychotherapie zeigt sich, dass heute sehr viele Menschen nur eine sehr dünne emotionale Beziehung zu ihrem Vater haben. Ein Klient hat es auf den Punkt gebracht: «Ich kenne meinen Vater nicht. Er war einfach derjenige, der das Geld nach Hause gebracht hat.»
Die meisten modernen Durchschnittsmänner haben gar keine andere Wahl. Ein Kind kostet etwa 200'000 Franken, bis es 20 ist. In der idealen Kleinfamilie sind es deren zwei, und in den meisten Fällen muss das Einkommen auch mit der Mutter der Kinder und Ehefrau geteilt werden. Folglich wird jenen, die zur Mittelschicht gehören und Wohneigentum erwerben möchten, nichts anderes übrig bleiben, als ihr Leben dem Geldverdienen zu widmen. Es bleibt wenig Zeit für emotionale Kontakte, sowohl mit den Kindern als auch mit der Ehefrau; zu wenig Zeit auch für eine erfüllende Sexualität.
In ihrem Buch «Heiraten ist unmoralisch» schreibt Esther Vilar etwas polemisch, dass die Ehe ein Vertrag sei, der der Frau die Ausbeutung der Arbeitskraft des Mannes gestatte und dem Mann den Gebrauch der Geschlechtsorgane der Frau. Ersteres ist immer noch üblich. Der männliche Anspruch auf Sexualität dagegen gilt als machohaft oder sexistisch.
Zu den attraktiven Seiten der Versorgerrolle gehört es, am Samstag im Supermarkt die Brieftasche zu zücken. Am undankbarsten ist die Versorgerrolle nach einer Scheidung. In der Regel wird nämlich die Frau mit den Kindern im gemeinsamen Haus bleiben dürfen. Der Mann muss ausziehen und einen wesentlichen Teil seines Einkommens an die Familie abliefern, die er eigentlich verloren hat. Meist erst dann erkennen die Männer, in welcher Rolle sie gesteckt haben.

4. Die Männer haben Sexnotstand

Wieso gibt es so viele Männer, die sich per Telefon- oder Internetsex befriedigen? Wieso können Zeitungen ganze Seiten mit Sexinseraten füllen? Wieso verkaufen sich Sexhefte so gut? Für mich gibt es nur eine vernünftige Antwort: Männer müssen unter einem sexuellen Notstand leiden. Offenbar erfüllt die Sexualität in der Kleinfamilie die Bedürfnisse der Männer nur unvollständig.
Ich glaube nicht daran, dass Männersexualität grundsätzlich gefährlich, hässlich, schlecht oder unersättlich ist. Dagegen werden Männer dauernd mit erotischen Signalen gereizt, während es dann doch eher verpönt ist, sein sexuelles Begehren auch zu zeigen. Schnell ist von Belästigung, Übergriffen und Missbrauch die Rede. Und so wird uns dann immer wieder vor Augen geführt, wie gefährlich die Männersexualität sei.
Weshalb die eheliche Gemeinschaft vielen Männern nicht die sexuelle Erfüllung bringt, die sie brauchen, kann ich nur vermuten. Möglicherweise heiraten viele Frauen nicht den Mann, bei dem ihnen die Knie weich werden, sondern wählen einen, der treu und solid ist und gut verdient. Dass hier keine Leidenschaft aufkommt, liegt auf der Hand.
Vielleicht steht auch zu wenig Zeit und Musse zur Verfügung. Und vielleicht ist auch die Sexualfeindlichkeit von Christentum und Erziehung mitverantwortlich dafür, dass sich in vielen Beziehungen unter der Bettdecke nichts abspielt.

5. Männer sind auch Menschen

Es vergeht keine Woche, in der nicht irgendwo zu lesen oder zu hören ist, was alles falsch an Männern ist und was sie anders machen sollten. Auch Bücher, in denen Männern gesagt wird, wie sie sich zu verändern haben, werden zu Bestsellern. Der ganze mediale Diskurs ist im Grunde männerfeindlich.
Legitimiert wird das unermüdlich mit der Begründung, die Männer hätten die Frauen jahrhunderte- oder jahrtausendelang unterdrückt; deshalb sei es jetzt an der Zeit, sie zu kritisieren. Oft tönt es so, als ob Frauen die besseren Menschen wären. Eine Beobachter-Leserin allerdings schrieb vor kurzem zu meinem Trost: «Immer noch redet man heute dauernd von Männergewalt. Was Frauen sich alles erlauben, davon redet kaum jemand. Ist nicht auch der Mann nach Gottes Bild erschaffen worden?»

Fazit

Und nun, Männer: Wieso macht ihr bei all dem mit? Wieso streikt ihr nicht? Wieso klagen nicht mehr von euch? Ich wage die Vermutung, dass das Elend der Männer so gross ist, dass es verdrängt werden muss. Zwar fragen sich viele mit 45 oder 50 Jahren, ob dies nun alles sei, und viele spüren ein Unbehagen oder haben das Gefühl, das Leben sei ihnen etwas schuldig geblieben. Doch brauchen sie dem nicht tiefer auf den Grund zu gehen, denn eine allumfassende Diagnose ist rasch und oft zur Hand: Es handle sich um die Midlifecrisis, die irgendwie mit hormonellen Veränderungen zu tun habe. Dass die Krise keine Krankheit, sondern ein Moment der Klarheit sein könnte, erkennen die wenigsten.

Ich kann mir auch vorstellen, dass Männer der traurigen Wirklichkeit ihrer Rolle nicht in die Augen sehen wollen, weil es nicht in ihr Selbstbild passen würde, leidend, ausgenützt, verzweifelt oder überfordert zu sein. Denn noch immer werden Männer zu Tapferkeit angehalten; sie sollen Helden werden, die ihre Prinzessinnen wenn schon nicht auf Händen tragen, so doch einigermassen glücklich machen oder zumindest schön brav Geld heimbringen.

Am ehesten reflektieren Männer über ihr Leben, wenn etwas gründlich schief geht – bei Arbeitslosigkeit, nach einem körperlichen oder psychischen Zusammenbruch, nach dem Verlust der Lebenspartnerin und der Familie durch Trennung oder Scheidung.

Im Moment sind wir noch nicht reif für eine Männeremanzipation.
[Warum eigentlich noch nicht?!]
Doch die Zeit wird kommen, in der die Männer erkennen, dass sie nicht länger den tapferen Helden spielen müssen, sondern sich selber und einander zuwenden dürfen. Um in aller Ruhe anzuschauen, was sie für Bedürfnisse haben, was ihnen im Leben fehlt und was ihnen zu viel ist – so, wie es die Frauen im feministischen Prozess vorgelebt haben. Denn beide Geschlechter brauchen Selbsterkenntnis, mehr gegenseitiges Verständnis, mehr Musse und mehr Liebe. Davon würden nicht zuletzt die Kinder profitieren.

http://www.beobachter.ch/magazin/archiv/artikel.cfm?editionid=9E797026-0D65-11D5-A0150050DA721660 Risikofaktor Mann (Beobachter-Artikel)

------- --- -

Quizfrage: Wenn Männer schon merken, dass es eigentlich ausgesprochen dumm ist, immer den starken Macho spielen zu müssen - warum wollen sie sich dann nicht endlich von ihrer Patriarchalen Männer-Rolle emanzipieren?!
Wäre doch wirklich auch viel einfacher, wenn sich Frauen und Männer nicht mehr an die "traditionellen" Geschlechterrollen halten würden - sondern nur daran, was ihnen wirklich gut tut!



comments: Leave a comment Previous Entry Add to Memories Tell a Friend Next Entry

[icon] B.B.'s Backup - Abbasowas! Der Mann von heute ist dressierter denn je
View:Recent Entries.
View:Archive.
View:Friends.
View:User Info.
View:Website (Abbasowas!).