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Subject:Abbasowas! Die Nase für den Richtigen
Time:12:45 am

A B B A S O W A S !

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G E H E I M N I S S E . D E R . P A R T N E R W A H L




Die Nase für den Richtigen



Der Geruch spielt eine entscheidende Rolle bei der Suche nach dem Mann fürs Leben

Mit einer kräftigen Prise Spray aktivierten 49 junge Frauen ihre Nasenschleimhäute, und dann schritten sie, angestiftet von einem Forscherteam der Universität und des Inselspitals in Bern, zur Tat: Jede roch an sechs Hemden, die zwei Nächte lang von jungen Männern getragen worden waren.

Den Männern hatte man vorher jeden Gebrauch von Deo, Rasierwasser und Parfüm verboten. Die Fragen, die den Probandinnen gestellt wurden, waren: Welche Körperduftnote ist intensiv? Welche angenehm, gar betörend?

Die Antworten, so zeigte sich, hingen entscheidend davon ab, nach welchem Muster jeweils die sogenannten MHC-Gene im Erbgut der Probandinnen und der Hemdenbesitzer gebaut waren. Diese Gene spielen für die Abwehr im Immunsystem eine wesentliche Rolle. Sie sind extrem "polymorph", das heißt, jedes Individuum besitzt davon viele Versionen. Je verwandter zwei Menschen miteinander sind, desto besser stimmen die MHC-Muster überein.

Daß MHC-Muster auch die Vorliebe für Körperdüfte steuern und daß diese eine Rolle bei der Partnerwahl spielen, ist bei Mäusen längst nachgewiesen. So schnuppern Mäuseweibchen lange an Männchen herum, bevor sie ihren Partner wählen - fast immer solche, deren MHC-Muster stark vom eigenen abweicht, wie Genanalysen zeigten. Die Wissenschaftler vermuten, daß diese MHC-Profile mit Erregern besser fertig werden - daß es sich folglich um besonders starke Männchen, also gute Partien, handelt. Oder daß die Mäuseweibchen Inzucht vermeiden, indem sie die Ähnlichkeit der MHC-Gene als Gradmesser der Verwandtschaft "erriechen" können.

Die Berner Forscher entdeckten nun, daß Frauen, die keine "Anti-Baby-Pille" eingenommen hatten, männlichen Duft immer dann als angenehm bewerteten, wenn ihr MHC-Muster wesentlich von dem der Männer abwich. Umgekehrt bei Frauen, die täglich ihre Pille schlucken: Ihnen erschienen Gerüche von Männern mit ähnlichen MHC-Versionen als attraktiv. Grundsätzlich fühlten sich die Frauen doppelt so oft an ihren derzeitigen oder an frühere Partner erinnert, wenn sich ihre MHC-Gene wesentlich von denen jener unterschieden.

Die Studie von Claus Wedekind, Thomas Seebeck, Florence Bettens und Alexander Paepke deutet also darauf hin, daß Partnerwahl und MHC-Muster zusammenhängen. Und daß überdies die Hormone in der Pille die Geruchsvorlieben nahezu umkehren. Auch nach der Partnerwahl scheinen die MHC-Profile bestimmte Fortpflanzungsprozesse zu beeinflussen: Fertilisationsexperten haben registriert, daß künstliche Befruchtungen häufiger scheitern, wenn die MHC-Muster der Partner einander stark ähneln. Die Berner Forschungsergebnisse lassen den Schluß zu, daß die Entscheidung einer Frau für einen biologisch zu ihr passenden Mann von dessen Duft beeinflußt wird. Dieser über die MHC-Muster gesteuerte Effekt, den die Evolution offenbar zur Optimierung des Immunsystems entwickelt hat, könnte allerdings durch den Gebrauch von Deodorantien Parfüms oder Rasierwässern sabotiert werden.




Siehe auch im Blog:
The Science of Sex: Does the Nose Know?
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