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NATUR ODER KULTUR... GESCHLECHTERROLLEN... GLEICHBERECHTIGUNG... WIE LEBT ES SICH IM PATRIARCHAT?! |
Männer im Patriarchat Noch ein paar Müsterchen aus Hannelore's Seiten ("Aufgespiesst")... http://hannelore.org/aufgespiesst/
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Das Scheitern der männlichen Emanzipation
Die Ursprungsgeschichte des Patriarchats ist die Geschichte der Männer aus dem bis dahin mächtigen Einflussbereich der Mütter auf allen Ebenen der Kultur.
Die anfängliche Zweitrangigkeit des Mannes in bezug auf seine soziale Bedeutung hat früher oder später in allen Teilen der Welt zu erbitterten Kämpfen um eigene Geltungs- und Machtpositionen geführt und zur rigorosen Vormachtstellung des Mannes über die Frau.
Deshalb ist die Geschichte des Patriarchats die Geschichte der Unterdrückung des weiblichen Geschlechts, die ihre eigenen Ursprünge verleugnet, d.h. die Erinnerung an das matrizentrische Kulturerbe auslöscht.
Das eigentlich Paradoxe am patriarchalen Herrschaftssystem aber ist, dass trotz der Unterwerfung der Frau und ihrer Verkürzung auf die künstlich definierte "Weiblichkeit" die Emanzipation des Mannes im psychosozialen Bereich misslang.
Von Radikallösungen des Eremitendaseins oder des Mönchtums mal abgesehen, hat sich der Mann nie aus der fürsorgenden Macht der Mütter befreit, sondern blieb von ihr abhängig.
Er beherrscht die Frau zwar als "Muttersklavin", aber er kann nicht ohne ihre Zuwendung leben, und deshalb gibt es keine Herrenkultur ohne matriarchale Unterströmungen, kein Patriarchat ohne die romantische Verklärung des Weiblich-Mütterlichen.
Dieses zentrale Scheitern der männlichen Emanzipation wurde bisher viel zu wenig reflektiert und ist in seinem vollen Ausmaß vielleicht nur der psychoanalytischen Sicht zugänglich:
Der Preis für die scheinbare Unabhängigkeit des männlichen Bewusstseins ist entweder
- die Verdrängung der Abhängigkeitsgefühle ins Unbewusste
- oder ihre Verschiebung ins Irrational-Romantische
Was kommt dabei heraus?
Die emotionale Infantilität des patriarchalen Mannes und der modernen Mentalität überhaupt.
Den brillianten Errungenschaften unserer rationalen Kultur steht die Unfähigkeit zur Bewältigung emotionaler Probleme gegenüber, die Hilflosigkeit angesichts psychischer Leiden, Alter, Tod und die Unfähigkeit, mitmenschliche Beziehungen offen und partnerschaftlich zu gestalten.
Im alltäglichen Zusammenleben bedeutet dies die Delegation des emotionalen Bereichs an die Frau.
Dieser Bereich wird zwar in der patriarchalen Ideologie minderbewertet, aber der Mann übersieht dabei, dass dieser im tatsächlichen Leben auch seine uneingestandene Existenzbasis bildet.
Seine emotionale Daseinsberechtigung, d.h. die Garantie für den eigenen Lebenssinn bezieht der Durchschnittsmann aus seiner Ernährerrolle für Frau und Kind. Gleichzeitig fordert er dafür die Dankbarkeit und bedingungslose emotionale Zuwendung seiner Schützlinge ein.
Der patriarchale Mann glaubt dabei ein gutes Geschäft zu machen. Aber spätestens dann, wenn die Frau das eheliche Verhältnis auflöst, zeigt sich, in welchem Maß der Mann emotional von diesem patriarchalen Familien-Arrangement abhängig ist:
Er fällt psychisch völlig ins Leere, bis er ein neues emotional parasitäres Abkommen aufbauen kann.
Eine grundsätzliche Wende der gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und technologischen Strategien ist erst dann möglich, wenn das patriarchale Kulturkonzept als Ganzes mit allen seinen bewussten und unbewussten Wurzeln in Frage gestellt und seine Systemvorstellungen nicht länger als die einzig möglichen angesehen werden.
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