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Subject:Abbasowas! Gleichberechtigung (by Elisabeth Moosbrugger)
Time:03:10 pm

ABBASOWAS! B.B.'s SAMMELSURIUM

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NATUR ODER KULTUR... GESCHLECHTERROLLEN... GLEICHBERECHTIGUNG?!




Gleichberechtigung


(von Elisabeth Moosbrugger, Deutschland)


Die ‹Freie Interessengemeinschaft› hat einen Aufkleber kreiert, der folgende Aufschrift trägt:
«Gleichberechtigung für die Frau. Das Weib sei nicht des Mannes Sklave, Knecht und Untertan.»

Gleichberechtigung; ein Wort, das heute in aller Munde ist. Geht man dem Sinn des Wortes jedoch tiefer auf den Grund und vergleicht das Erkannte mit der Realität, dann stösst man auf einen klaffenden Spalt zwischen der inhaltlichen Bedeutung und der praktischen Anwendung. Es ist jedoch nicht so, dass nur die Männerwelt die Gleichberechtigung missachtet, sondern auch die Frauen leiden an mangelndem Verständnis für den wahrlichen Inhalt des Wortes.
So kann man unter Gleichberechtigung im Lexikon folgendes nachlesen: «Ausstattung mit gleichen Rechten; der politische Grundsatz, dass Mann und Frau auf allen Lebensgebieten unter Beachtung der natürlichen Unterschiede gleiche Rechte und gleiche Pflichten haben sollen; arbeitsrechtlich auch gleicher Lohn bei gleicher Leistung.»
Gleichberechtigung heisst in erster Linie, den Menschen als Menschen anzuerkennen, zu achten und zu würdigen, wobei es keine Rolle spielt, ob es sich dabei um einen Mann, ein Weib oder ein Kind handelt. Daraus ergibt sich, dass alle Lebensformen nebeneinander gleichberechtigt sind, wobei der wissendere und weisere Mensch dem unwissenderen mit Rat und Tat zur Seite steht. Also: der Lehrer unterrichtet die Kinder; die Eltern unterweisen und erziehen sie; der Mann führt das Weib und das Weib den Mann, und sogar von einem Kind können Erwachsene vieles lernen. Die Führenden und Leitenden wiederum können ihre Fähigkeiten einsetzen und durch neu gewonnene Erkenntnisse und daraus resultierendem Wissen Erfahrung und Weisheit erweitern. Damit soll gesagt sein, dass jeder Mensch in jeder Lebenssituation etwas lernen und erfahren kann, wenn er die Dinge richtig betrachtet und die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung seines Gegenüber anerkennt. Lernen deshalb, weil Wissen, Erfahrung und Weisheit den Menschen in seiner Entwicklung voranbringen und ihn in seinem Bewusstsein und in seiner Psyche froh und ausgeglichen stimmen. Es soll sich aber kein Mensch über einen anderen erheben, Macht ausüben, ihn versklaven oder ihn unterdrücken.
Gleichberechtigung bedeutet demnach, dass alle Menschen die gleichen Rechte und Pflichten haben, nämlich in gegenseitiger Unterstützung den oftmals schwierigen und mühsamen Lebensweg zu beschreiten. Aber diesen Lebensweg muss ein jeder nach seiner Art und Fasson in Angriff nehmen, damit Menschen nicht zu gleichförmigen Schablonenwesen ausarten, sondern damit sie als mündige Bürger, als Weib und Mann, in Gleichberechtigung ihren Lebensaufgaben gerecht werden. So kann ein gelernter Schuster nicht die Stelle eines Arztes oder eine ausgebildete Krankenschwester nicht den Platz einer Dolmetscherin einnehmen. Zwei Beispiele, die mit Sicherheit jedem einleuchten; trotzdem werden im übertragenen Sinn immer wieder diese Versuche gemacht.
Gleichberechtigung heisst nämlich, dass ein jeder Mensch ein Anrecht hat, seinen Lebensweg seiner Art gemäss zu gehen, ohne aufoktroyierte fremde Wünsche und Vorstellungen erfüllen zu müssen. Gleichberechtigung heisst gleichzeitig aber auch, sich in bestehende Gesetze, Ordnungen und Richtlinien einzuordnen, ohne die keine Gemeinschaft bestehen kann. Diese wiederum dürfen aber nicht so geartet sein, dass ein Geschlecht oder eine Gesellschaftsschicht gegenüber anderen benachteiligt wird, wie dies leider gang und gäbe ist auf unserer Welt.
Dies alles ist unter Gleichberechtigung zu verstehen. Von der Anwendung dieses edlen und hohen Zieles sind leider grosse Teile der Menschheit immer noch himmelweit entfernt. So gilt die Frau in den grossen Weltreligionen nicht besonders viel. Vielmehr wird sie durch die sogenannten heiligen Bücher und die weltlichen Interpreten dieser Schriften und Lehren als Dienerin und Untergebene des Mannes abgestempelt. Da heisst es dann ganz lapidar in etwa: «das Weib sei dem Manne untertan». Sie hat ihrem Herrn und Meister zu gehorchen, egal welche Forderungen dabei an sie gestellt werden. Der eigene Wille und die innersten Wünsche, evolutiven Notwendigkeiten und Bedürfnisse haben in der Regel keine Chance, zur Geltung zu kommen, ausser sie laufen konform mit dem Begehren der Männer. So bestimmen in vielen Ländern der Erde Männer über das Wohl und Wehe der Frauen. Sie werden seit Jahrtausenden von ihnen unterdrückt, traktiert, gequält, geschlagen; ihre Scham wird schändlich missbraucht, und da die meisten Männer in ihrer Überheblichkeit und Machtbesessenheit von ihrem einseitigen falschen Denken ausgehen, sind sie auch noch der grössenwahnsinnigen Ansicht, dass sie im Recht seien. Welche Selbstherrlichkeit der Männerwelt, die in ihrem Machowahn gar nicht auf die Idee kommt, sie sei schief gewickelt.
So wurden zum Beispiel die Frauen im Iran von Khomeini nach dessen Machtergreifung gezwungen, das grosse Kopftuch, den ‹Hijab›, und den Umhang, den ‹Tschador› zu tragen, der sie ganz verhüllt und unförmig macht. Ebenso wurden Tausende von Frauen aus dem Dienst entlassen, weil sie Parfüm und Lippenstift benutzten oder weil sie mit Männern gesprochen haben. Die Folge davon war und ist, dass immer mehr Frauen entweder in eine sklavische Abhängigkeit oder aber in Panik und schwere Depressionen gedrängt werden.. Von Insidern hört man, dass immer mehr Frauen Psychiater und Nervenärzte aufsuchten. Diese Dinge jedoch spielen sich mit Sicherheit nicht nur im Iran ab, sondern auch in allen andern Ländern, wo der islamische Fundamentalismus im Vormarsch ist.
Speziell in diesen Ländern, aber natürlich nicht nur in diesen, wird den Frauen nicht freigestellt, sich zu kleiden, zu äussern und zu bewegen, wie sie das wollen, sondern sie haben sich an die religiösen oder traditionellen Vorschriften, die von Männern gemacht werden, zu halten. So wird den Frauen auch nicht freigestellt, sich selbst zu entscheiden, wieviele Kinder sie haben wollen, sondern Männer in ihrem möchtegern jedoch verantwortungslosen Männlichkeitsgehabe entscheiden darüber. In vielen Ländern der Erde hängt die Männlichkeit immer noch davon ab, wieviele Kinder sie zeugen können. Oft genug tun sie sich nur darum mit einer Frau zusammen, um ihre selbstherrliche Männlichkeit durch Nachkommenszeugung unter Beweis zu stellen. Die entstandenen Folgen kümmern sie wenig, weshalb bedenkenlos und verantwortungslos Frau und Kind ohne Skrupel verlassen werden, um weiteren sinnlosen Vergnügungen nachzugehen. Wen wundert es angesichts dieser Tatsache, dass Frauen auf die Barrikaden steigen, indem sie sich gegen derartige Machenschaften wehren. Leider wird dann aber in vielen Fällen von ihrer Seite aus der Bogen überspannt, wodurch ein heimlicher oder offener Ringkampf der Geschlechter entsteht.
Frauen werden jedoch nicht nur in Ländern der dritten Welt unterjocht, sondern ebenso in unserem zivilisierten Europa und den andern Ländern der westlichen Welt, auch wenn in diesen Staaten die Unterdrückung und Versklavung der Frau nicht so offensichtlich zutage tritt. Diese Art Gewalt findet meistens heimlich in angeblich gut funktionierenden Ehen statt. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht spricht davon, dass in Deutschland bereits jeder vierte Mann seine Frau prügelt. Die angewandte Vergewaltigung in der Ehe wird in diesem Bericht totgeschwiegen. Aus Angst und Schamgefühl schweigen leider die meisten Frauen, denn oftmals sind sie auch noch der irrigen Ansicht, dass es an ihnen liege, dass die Ehe nicht funktioniere. Die Aggressionen, der Stress und die Unzufriedenheit, die sich in den Männern aufbauen und stauen, werden einfach am körperlich Schwächeren ausgelassen, und das sind in jedem Fall Frau und Kinder. So kommt es auch immer häufiger vor, dass Männer durchdrehen und ihre Frauen im Streit umbringen. Sicher muss man gerecht bleiben und anerkennen, dass Frauen auch keine Unschuldslämmer sind und ihre arbeitsgestressten Männer oft genug nerven. Dies ist aber weder ein Grund, brutal und gewalttätig zu werden, noch die Frau zu unterdrücken, zu knechten und zu versklaven.
In der Natur kann man immer wieder erkennen, dass Einseitigkeiten zum Aussterben verdammt sind, weil ohne entsprechenden Gegenpol kein Gleichgewicht geschaffen werden kann; ein Gleichgewicht, das die unabdingbare Voraussetzung bildet, damit Leben in fortschreitender Entwicklung existieren kann.
Wohin die Einseitigkeit des männlichen Denkens führt, ist auch sehr gut am gegenwärtigen Weltgeschehen zu beobachten, das von Unfrieden, Krieg und Machtmissbrauch nur so strotzt. Natürlich spielen hier sehr viele verschiedene Faktoren mit hinein, und als gravierendster ist selbstverständlich die Überbevölkerung mit allen ihren Folgen zu nennen.
Wohin das Machogehabe der Männer noch führt, ist vor allem in Indien und China zu beobachten. In diesen beiden Ländern gelten Mädchen nicht sehr viel, weshalb sie oftmals, vor allen Dingen in Indien, direkt nach der Geburt auf grausamste Art umgebracht werden. Sogar die Frauen und Mütter sind von diesem perversen Denken gefangengenommen und beeinflusst, so oftmals die unschuldigen Mädchen von den Müttern selbst oder vor allem von den Schwiegermüttern getötet werden.
Welche Folgen die einseitige Selektion nach sich zieht, kümmert die Betroffenen herzlich wenig. Bei einer Volkszählung im Jahre 1982 lebten in China bereits 5 Millionen mehr Männer als Frauen. Dass dieser Männerüberschuss in China und Indien eines Tages zu schweren gesellschaftlichen Konflikten führen wird, ist abzusehen und bereits vorprogrammiert.
Auch von Frauen wird der Begriff Gleichberechtigung missgedeutet und seiner wahren Bedeutung enthoben, nämlich von den Emanzen. Gleichberechtigung bedeutet für sie zwar schon, dass jeder – also Mann und Weib – die gleichen Rechte und gleichen Pflichten hat. Sie missachten aber einen geringfügigen jedoch bedeutenden Unterschied, nämlich das Andersgeartetsein von Frau und Mann. So entsteht aus ihrer Sicht durch Gleichberechtigung Konkurrenzkampf und eine rüde Ellenbogengesellschaft im Kampf um den besten Arbeitsplatz mit den grössten Aufstiegschancen. Gleichberechtigung ist in den Augen der Emanzen kein Bemühen um ein harmonisches Miteinander, sondern ein Ausschliessen der Männerwelt, um sich im Alleingang zu emanzipieren. In Deutschland wurde zum Beispiel eine feministische Partei gegründet, in der männliche Parteizugehörige im Sinne der Satzung ‹Mitfrauen› sind, wie im Magazin Spiegel zu lesen war.
Die geschlechtsspezifischen Unterschiede zwischen Mann und Weib sind aber nicht nur rein körperliche Merkmale, wie gerne von den Emanzen angenommen wird, sondern sie zeigen sich vor allem in inneren Abläufen. Geht man von der natürlichen Beschaffenheit aus, dann verkörpert der Mann das harte, positive und die Frau das weiche, negative Prinzip. Fügt man beide Prinzipien zu einer Einheit zusammen, dann erfolgt aus den beiden verschiedenen Polen eine Ausgeglichenheit, eine Harmonie. Tritt die Frau jedoch in Konkurrenz zum Manne, dann verlässt sie ihr natürliches Prinzip, indem sie in die Rolle des harten, positiven schlüpft. Mit den Anforderungen, die durch den Rollentausch erfolgen, wird sie jedoch früher oder später allein und ohne männliche Unterstützung nicht fertig werden, und zwar deshalb, weil sie sich durch falsche Selbsteinschätzung in der Regel überfordert. Diese Überforderung führt dann zwangsläufig zur Vermännlichung der Frau, was sehr gut bei vielen extremen Emanzen zu beobachten ist. Zusätzlich kommt noch ein weiterer Faktor hinzu, nämlich der, dass Frauen bei Überforderung zur grösseren Ausartung tendieren und ihre Ideen und Handlungsweisen grausamere Züge aufweisen als die ihrer männlichen Kollegen. Beispiele hierfür gibt es in der Geschichte mehr als genug.
Das Verhalten der Emanzen ist zwar teils begreiflich und zu verstehen; endlich haben sie sich aus dem Joch der männlichen Vorherrschaft befreit. Das bedeutet aber nicht, dass sie nun genau wüssten, welchen Weg sie einzuschlagen hätten. An einem Beispiel wird dies deutlich sichtbar. Der Pendelschlag einer Uhr ist dann harmonisch, wenn er regelmässig hin- und herschwingt. Würde das Pendel jedoch nur zur einen Seite schlagen, weil es durch einen mechanischen Fehler an seiner korrekten Funktion gehindert ist, dann geriete es ausser Rand und Band, wenn das Hindernis plötzlich beseitigt würde. Die Reaktion wäre recht heftig, und eine ausgeglichene Pendelschwingung fände sich erst nach und nach. Die Emanzen kann man mit der überzogenen Reaktion des Pendels vergleichen. Sie verbieten sich im allgemeinen jegliche männliche Einmischung und drängen mit aller Macht in Positionen, wo bisher nur Männer zu finden waren. Dagegen ist auch gar nichts einzuwenden, denn wenn alles gerecht und gleichberechtigt zugehen soll, dann haben die Frauen sehr wohl ein Recht, Berufe zu wählen und in Positionen aufzusteigen, die bisher reine Männersache waren. Soll jedoch wirklich etwas aufgebaut werden, dann kann dies nur in einem Miteinander geschehen. Dieses Miteinander bildet eine harmonische Einheit zwischen Weib und Mann, wo jeder als Mensch seiner Art gemäss eine ihm entsprechende Aufgabe innehat.
Jede Frau sollte immer daran denken, dass sie Weib bleibt, wenn sie die Männerwelt betritt. Das Wort Weib ist dabei weder eine Herabwürdigung noch ein Schimpfwort für die Frau, sondern es ist die ursprüngliche Bezeichnung, die schon in ihrem Wortklang das weiche Prinzip verkörpert. Deshalb wäre es auch wünschenswert, wenn das Wort Weib wieder seinen natürlichen Platz im Sprachgebrauch finden würde und das Wort Frau allmählich ausgemerzt werden könnte. Besteht beim Betreten der Männerwelt jedoch das Motto ‹denen werde ich es zeigen›, wenn auch nur unterschwellig, dann ist jedes Weib bereits innerlich auf Konkurrenzkampf programmiert. Es ist zwar sehr wohl verständlich, dass diese Haltung auftritt, denn durch die jahrtausendelange Unterdrückung, die alle Frauen erfahren haben, sind Hass- und Rachegefühle verständlich. Sie schaffen jedoch keine Verständigung, sondern sie zeugen nur wieder neues Leid, das um des inneren Friedens willen auch wieder abgebaut und neutralisiert werden muss. Zu guter Letzt werden Frauen und Männer doch zusammen einen Weg finden müssen, der sie den richtigen Umgang miteinander lehrt.
‹Gleiches Recht für alle› kann niemals Konkurrenz bedeuten, denn wahrliche Gleichberechtigung setzt Liebe voraus, und wo Liebe vorherrscht, kann keine Konkurrenz entstehen. Dies ist eine Liebe, die den Menschen in Ehrfurcht würdigt, anerkennt und akzeptiert. Dadurch sind allen Menschen die gleichen Rechte und gleichen Pflichten zugeordnet, wobei Geschlecht, Hautfarbe, Rasse, Landes- und Religionszugehörigkeit usw. nicht die geringste Rolle spielen. Gleichberechtigung bedeutet aber nicht, dass alle Menschen die gleichen Aufgaben und gleichen Pflichten übernehmen könnten, denn dies hängt in allererster Linie vom persönlichen Wissen und Können ab.
Ein sehr anschauliches Beispiel für falsch interpretierte Gleichberechtigung existiert in der Geschichte – die französische Revolution. Durch die damalige Proklamierung von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind Menschen an die Macht gelangt, die hierfür wohl nur sehr geringe Voraussetzungen mitbrachten. So wurde der dekadente Adel durch grössenwahnsinnige Revolutionäre seiner Macht enthoben und einfach durch Enthauptung liquidiert. Weder die Revolutionäre noch das Volk brachten aber die Voraussetzungen mit, um das hohe Ziel der Gleichheit und Gleichberechtigung in die Tat umzusetzen. So musste die Revolution zwangsläufig scheitern, denn es fehlte an geeigneten Führungskräften, die über das notwendige Wissen und Können verfügten, um dem ursprünglichen Begehren zum Erfolg zu verhelfen. Nichtsdestotrotz lebt in den Menschen das Gedankengut der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit weiter, so es eines Tages in ferner Zukunft Wirklichkeit werden wird.
Dieses Beispiel zeigt, dass zwar jeder Mensch gleich zum andern ist, denn alle Menschen leben, um dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln, dass aber im Wissen, im Können, in der Weisheit und in vielen andern Dingen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Menschen existieren. Sie sind es, die eine differenzierte Behandlungsweise der einzelnen Menschen erfordern. So kann es durchaus vorkommen, dass Mann oder Weib einer Führung durch den jeweiligen Partner bedürfen, da sie in ihrer inneren Selbständigkeit noch nicht so weit entwickelt sind, um ihr Leben aus sich heraus allein zu bewältigen. Diese Führung ist aber eine heikle Angelegenheit, denn sie erfordert viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Diese Führung muss dabei so geartet sein, dass der Partner anfängt selbständig zu denken, und er für seine Gedanken, Gefühle und die daraus entstehenden Handlungen selbst die Verantwortung übernimmt.

Speziell die Frauen dieser Welt müssen zu eigenständigem, logischem Denken angeregt werden, das ihnen über Jahrtausende hinweg von Männern abgenommen worden ist. Ja mehr noch, ihnen ist sogar abgesprochen worden, dass sie überhaupt logisch denken können. Sie haben sich dies auch gefallen lassen und nach aussen das dumme Weibchen gespielt, da sie von ihren Männern finanziell abhängig waren. Welche inneren Tragödien sich oftmals bei solchen Frauen in all den Jahrhunderten abspielten und heute noch abspielen, kann man in seinem vollen Ausmass wohl gar nicht ermessen. Die meisten Frauen sind seit ihrer Geburt in die Rolle hineingewachsen, dem Willen des Mannes gefügig zu sein, so dass sie gar nichts anderes kennen und deshalb auch nicht auf die Idee kamen oder kommen, dass an der ganzen Sache etwas nicht stimmt. Nun, wie dem auch sei, die Zeit ist gereift, in der Frauen, unterstützt durch vernünftige und weise Männer, das Heft selbst in die Hand nehmen. Durch zwei Weltkriege und durch all die kriegerischen Konflikte und Auseinandersetzungen waren und sind sie gezwungen, ihren Mann zu stehen. Ausserdem fordert die masslose Überbevölkerung mit all ihren Folgen eine rigorose Veränderung, zu der alle Frauen sehr viel beitragen können.
Dass Männer ihre Frauen unterdrücken und ihnen vorschreiben, wie sie zu denken und zu handeln hätten, muss ein Ende finden. Nicht länger sollen sie ihr wahres Wesen hinter einer Schicht von Farbe und sonstigen Äusserlichkeiten verstecken müssen. Es fragt sich sowieso, warum Frauen immer mit allen unnatürlichen Tricks, die zudem Haut, Haare, Nägel, den Körper, das Bewusstsein und die Psyche schädigen, ihr Äusseres verändern müssen? Es wäre doch viel angebrachter, wenn man den Frauen zu einem eigenständigen Denken verhülfe, so sie ihrem ureigensten Wesen gemäss eine natürliche Schönheit von innen entfalten können. Einem aus weiblicher Eitelkeit entstehenden Bedürfnis nach äusserer Verschönerung kann sehr wohl Rechnung getragen werden, aber dies sollte wirklich nur einen kleinen Teil des täglichen Denkens einnehmen. Ihr Denken sollte sich in der Hauptsache mit evolutiven Belangen befassen. Dies sind all die Dinge, die dem Menschen helfen, sein tägliches Leben in positiver Form zu meistern und die ihn in der Entwicklung voranbringen und nicht niederdrücken oder zerstören.
Frauen sind auch Mütter, und wenn sie Mütter sind und eigene Kinder haben, dann tragen sie in erster Linie für diese Verantwortung. Das heisst, ihnen obliegt die Aufgabe des Kinderhütens. Kinder müssen versorgt, belehrt und erzogen werden, damit sich deren Bewusstsein und Psyche in gesunder Form entwickeln und entfalten können. Dieser äusserst wichtigen Aufgabe kann ein Weib aber nur dann in verantwortungsvoller Art nachkommen, wenn es nicht der Doppelbelastung von Beruf, Haushalt und Kindererziehung ausgesetzt ist. Sind in einer Partnerschaft Kinder vorhanden, dann liegt die natürliche Rollenverteilung darin, dass der Mann in der Regel für den Unterhalt der Familie aufkommt und ihr auch Schutz nach aussen bietet, während die Frau für Heim, Kinder und alles damit Verbundene sorgt. Dies hat nichts mit Diskriminierung zu tun, sondern im Gegenteil, es entspricht dem natürlichen Wesen der Frau, auch wenn sich heute vieles ins Gegenteil verdreht hat, wodurch Männer die Rolle des Hausmannes einnehmen und Frauen ihren Mann in einer harten Berufswelt stehen.
Im Rahmen der Gleichberechtigung steht es den Frauen und Männern natürlich zu, diesen Weg zu beschreiten, denn es ist ein Entwicklungsschritt auf dem Pfad zur wahren, naturgemässen Gleichberechtigung. Aber erst wenn dies erreicht ist, werden Weib und Mann Hand in Hand zusammenarbeiten; sie werden in Gemeinsamkeit eine Emanzipation anstreben, damit kein weiteres Ungleichgewicht entsteht, das wiederum nur zu neuen Konflikten führt. So werden schliesslich auch beide für die gemeinsamen Kinder sorgen und dadurch Freude und Leid teilen. Bis die Entwicklung aber soweit gediehen ist, ist es absolut verständlich und natürlich, dass sich Frauen zusammenschliessen, um sich gegenseitig in einer Gemeinschaft zu stärken und Mut zu machen. Diese Tatsache muss von Männern akzeptiert werden. Im gleichen Atemzug haben sich auch die Männer zu emanzipieren, damit sie in sich selbständig und ihrer naturgemässen Rolle gerecht werden können. Dadurch haben sie es dann gar nicht mehr nötig, noch über irgendeine Frau zu dominieren, sie zu unterdrücken, zu knechten und zu versklaven.
Gleichberechtigung beginnt in Gedanken, deshalb ist ein eigenständiges Denken der wichtigste Faktor in der Bemühung um die Selbständigkeit. So müssen und sollen Frauen zum Denken angeregt werden, damit sie beginnen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Dazu gehören eine gute Schulbildung sowie die Erlernung eines Berufes, bevor sie daran denken, eine Familie zu gründen. Dass Frauen einfach durch ihre Eltern verheiratet werden, gehört schlichtweg verboten, denn dies ist eine Missachtung der Frauen und der Gleichberechtigung sondergleichen. Diese Haltung versagt bereits dem Mädchen eine vernünftige Bildung, so ihm gar nichts anderes übrigbleibt, als Dienerin und Sklavin eines ungeliebten, oftmals aufgezwungenen Gatten zu werden.
Wie primitiv oder fortgeschritten eine Gesellschaft ist, erkennt man daran, wie schwer eine Frau körperlich zu arbeiten hat. Diesbezüglich liegt eben auch vieles im argen auf unserer Welt. Meines Erachtens geht dies Hand in Hand mit der Gleichberechtigung; je grösser die Anerkennung der Frau als gleichwertiges Wesen, desto geringer die körperliche Belastung durch schwere Arbeiten, für die sie nun einmal naturmässig nicht geeignet ist.
Die Tatsache der Gleichberechtigung fällt in den einzelnen Staaten der Erde sehr unterschiedlich aus. Die einen haben es in ihrer Gesetzgebung bereits verankert, während es bei andern Staaten noch nicht einmal gesetzlich festgelegt worden ist. Die praktische Anwendung dieser Gesetze lässt jedoch in allen Staaten der Erde zu wünschen übrig, so für die wirkliche Gleichberechtigung noch geraume Zeit gekämpft werden muss; dass dabei nicht immer die richtigen Mittel und Wege gefunden werden, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

von Elisabeth Moosbrugger, Deutschland
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http://www.figu.ch/de/schriften/kampfschriften/frau2.htm

[gefunden: 24.1.2001]



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