[icon] B.B.'s Backup - Abbasowas! Liebe, Sex und Zärtlichkeit (BLICK)
View:Recent Entries.
View:Archive.
View:Friends.
View:User Info.
View:Website (Abbasowas!).

Subject:Abbasowas! Liebe, Sex und Zärtlichkeit (BLICK)
Time:11:06 am

ABBASOWAS! B.B.'s SAMMELSURIUM

- - -

ADAM UND EVA - EVOLUTION... MATRIARCHAT/PATRIARCHAT... NATUR ODER KULTUR?





BLICK 11.2.2001 / Rubrik Liebe, Sex & Sinnlichkeit

Ödipus-Komplex



Der Ödipus-Komplex ist der Kernpunkt der psychoanalytischen Lehre Sigmund Freuds (1856 bis 1939) und geht auf die griechische Mythologie zurück.

Ödipus, Sohn des Königs Laios von Theben und der Königin Jokaste, wurde von ihr ausgesetzt, um den Befehl des Königs, das Kind töten zu lassen, zu umgehen. Denn ein Orakelspruch hatte Laios vorausgesagt, dass sein Sohn ihn töten und die Mutter heiraten würde. So wurde Ödipus der kinderlosen Königin Periböa überbracht, die ihn als ihren eigenen Sohn aufzog. Ödipus tötete Laios in einem Streit, ohne zu wissen, wer sein Gegner war, und heiratete seine Mutter. Damit erfüllte sich das Orakel. Als er erfuhr, dass er seinen Vater getötet und mit seiner Mutter Inzest verübt hatte, stach er sich die Augen aus. Jokaste brachte sich um.

Diese Geschichte symbolisiert für Freud den Ödipus-Komplex. Jedes Kind liebt seine Mutter, jeder Sohn will sich in seinem Unbewussten mit ihr paaren, will den Vater ausstechen und hat Angst, wegen dieser Sünde kastriert zu werden. Jede Mutter liebt ihren Sohn mehr als ihren Mann, dünkt sich seine Geliebte und bezahlt für ihre Sünde mit der Pflicht, ihn einer anderen Frau überlassen zu müssen.
Freud sagt: Wenn der Knabe im Alter von 2 bis 3 Jahren lustvolle Empfindungen von seinem Geschlecht empfängt, beginnt er seine Mutter zu begehren. Seine früh erwachte Männlichkeit sucht den Vater bei ihr zu ersetzen, der bisher sein beneidetes Vorbild gewesen war, jetzt ist er sein Rivale. Die Mutter realisiert, dass die Erregung des Knaben ihr gilt, und verbietet ihm die manuelle Beschäftigung mit seinem Glied. Nützt das Verbot nicht, greift sie zu schärferen Mitteln: Sie droht, dass sie ihm das Ding wegnehmen wird. Gewöhnlich schiebt sie die Ausführung der Drohung dem Vater zu: Sie wird es dem Vater sagen, und der wird das böse Ding abschneiden.
Diese Drohung wirkt aber nur, wenn sich der Knabe an die Unterpartie einer Frau erinnert – einer Unterpartie, der dieses Ding mysteriöserweise fehlt. Dann beginnt er die Drohung ernst zu nehmen und gerät unter den Einfluss des Kastrationskomplexes, des stärksten Traumas seines jungen Lebens. Die Wirkungen der Kastrationsdrohung sind mannigfaltig und unübersehbar; sie betreffen alle Beziehungen des Knaben zu Vater und Mutter, später zu Mann und Frau überhaupt.

------- --- -

BLICK 2.1.2001 / Rubrik Liebe, Sex und Sinnlichkeit

EIFERSUCHT



Eifersucht, eine Zivilisationsneurose, die in besonderer Weise an unsere vaterrechtliche Kultur gebunden ist, weil diese das Konzept des Privateigentums in unsere Geschichte gebracht und die Frau zum wichtigsten Eigentum des Mannes bestimmt hat. Auch weibliche Eifersucht ist in unserer Gesellschaftsordnung verankert, denn wo die Frau um ihre Existenz (und die ihrer Kinder) fürchten muss, wenn eine andere Frau ihr den «Ernährer» und «Familienvater» wegnimmt, wird sie zur Eifersucht gezwungen. Die Annahme, dass Eifersucht eine biologische, angeborene Eigenschaft des Menschen sei, ist verfehlt. In mutterrechtlichen Kulturen und in Gesellschaftsformen, in denen weder die Frau als Eigentum des Mannes noch der Mann als Eigentum der Frau aufgefasst wird, gibt es auch keine Eifersucht.

Auch die Vorstellung, dass die Brunstkämpfe der Tiere eine Art Präzedenzfall für die menschliche Eifersucht darstellen, ist verfehlt. Denn bei den Brunstkämpfen geht es nicht um das Recht des Männchens auf ausschliesslichen Geschlechtsverkehr mit einem Weibchen, sondern um die Klarstellung einer sexuellen Hierarchie. Das stärkere Männchen gewinnt den ersten, aber nicht den ausschliesslichen Zugang zu einem oder mehreren Weibchen.

Gerade weil diese klare Hierarchie des Stärkeren über den Schwächeren beim Menschen nicht besteht, sondern hier durch das Besitzrecht ersetzt worden ist, neigt der Mensch zur Eifersucht. Sie ist meist das Symptom von Selbstzweifeln - beim Manne Impotenzangst, bei der Frau oft die Furcht vor dem Alter, das Bewusstsein der mangelnden Schönheit, der schwindenden Anziehungskraft oder der verlorenen Gebärfähigkeit.

Der Ehemann, der anderen Männern gegenüber keine sexuelle Überlegenheit besitzt, muss stets befürchten, dass seine Frau ihn betrügt. Sie aber wird seine Eifersucht stets als Schwäche deuten; denn wenn er seiner Sache wirklich sicher wäre, so brauchte er nicht eifersüchtig zu sein. So erzeugt Eifersucht in der bürgerlichen Gesellschaft oft genau das Resultat, was sie zu verhindern sucht.

Eifersucht ist stets dort am gravierendsten, wo die gesellschaftliche Position des Eifersüchtigen am schwächsten ist. Wo der Mann nichts besitzt, wird der Besitz der Frau umso wichtiger. Alles, was mit der Ehefrau, der Mutter, der Schwester zu tun hat, nimmt einen geradezu wahnhaften, zwangsneurotischen Charakter an. Der Mann glaubt, nicht nur das Recht, sondern die Pflicht zu haben, die Frau und den Mann zur Rechenschaft zu ziehen, der den Besitz «entwertet» hat. (Ob eine Frau durch Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann jemals entwertet wird, oder ob sie nicht oft gerade durch diese Erfahrung an Wert gewinnt, ist eine Frage, die sich der eifersüchtige Mann nie stellt.)

Eifersucht als gesellschaftlich anerkanntes Motiv tritt deshalb nur dort auf, wo die Position des einen oder anderen Geschlechts so unsicher ist, dass es sich einen Halt im Begriff der «Ehre» erfinden muss. Wo wirkliche Gleichberechtigung der Geschlechter besteht, fällt die Notwendigkeit für solche moralischen Prothesen fort. Eine Gesellschaft, in der man mit besonderem Affekt von der Ehre des Mannes oder der Ehre der Frau spricht, lässt deshalb die Vermutung zu, dass es um die wirkliche Ehre der Geschlechter, d.h. um die Gleichberechtigung, nicht gut bestellt ist.

+ + +

Prof. Dr. Ernest Borneman, 1915 in Berlin geboren, studierte Archäologie, Musikethnologie, Anthropologie und Psychoanalyse. Danach war Borneman Drehbuchatuor, Dramaturg und später Generalintendant des «Freien Fernsehens» (heute ZDF). Ab 1961 widmete sich Borneman ganz der Sexualforschung. Mit 80 Jahren nahm er sich aus Liebeskummer das Leben.
Sein letztes grosses Werk, «Enzyklopädie der Sexualität» (Econ, Ullstein List Verlag) ist leider vergriffen. BLICK wählt daraus für Sie Wissenswertes aus.

------- --- -

Weiteres von Prof. Dr. Ernst Borneman aus BLICK online:

BLICK / Rubrik Liebe, Sex & Sinnlichkeit

Bordell



Ursprünglich das am Wasser gelegene Freudenhaus des Mittelalters. Es lag am Hafen, am Fluss, am Stadtgraben. Fast jede Stadt des Mittelalters, selbst die kleinste, hatte ihr Bordell, und wegen der Bestimmungen gegen die Ansiedlung «unehrlicher» Leute musste es meist vor den Toren angelegt werden.

Sein Kennzeichen bildete die vom antiken Wirtshaus übernommene rote Laterne. Eigentümer waren die regierenden Fürsten, die Städte oder die Kirchen. Aber der Pächter war oft der Scharfrichter, weil er – wie die Dirnen – als «unehrlich» galt, als ausserhalb der Gerichtsbarkeit der Städte stehend. Trotz der Unehrlichkeit des Gewerbes wurde es von Anfang des 13. bis zu Anfang des 16. Jahrhunderts besser und sauberer betrieben als in späteren Zeiten, wo aus Angst vor der aus Amerika eingeführten Syphilis die Städte und Fürsten ihre Bordelle zumachten und ihre Unterstützung zurückzogen. Die Ausbeutung der Prostituierten und ihre Assoziation mit dem Verbrechen fängt eigentlich erst in dieser Zeit an. Gleichzeitig beginnt aber auch die Klassenspaltung des Bordell-Wesens. Auf der einen Seite finden wir nun die wachsende Barbarisierung der billigen Bordelle und die Ausbeutung ihrer Insassinnen. Auf der anderen Seite sehen wir die Entwicklung des Luxus-Bordells, dessen Insassinnen so gebildet, belesen und elegant sind, dass sie nicht nur als Gespielinnen der Aristokraten, sondern auch als deren Gemahlinnen in Frage kamen.

Im «galanten» Zeitalter und im 19. Jahrhundert sah es manchmal tatsächlich so aus, als ob das Bordell die einzige Aufstiegsmöglichkeit in die Gesellschaft geboten hätte. Die Luxusbordelle dieser Zeit gehörten zu den kostspieligsten Institutionen ihrer Art, die es je gegeben hat. Und nicht nur der Luxus, sondern auch die Vielfalt der sexuellen Varianten waren erstaunlich. Während das Bordell des Mittelalters «normalem» Geschlechtsverkehr diente, liesse es sich ohne allzu grosse Übertreibung sagen, dass man in den Bordellen des 18. Jahrhunderts alle sexuellen Varianten praktizierte. Im Bordell der «Petite Comtesse» Marguerite Gourdan in Paris, das von Richelieu (Kardinal und Staatsmann) protegiert wurde, gingen Herzöge ein und aus.
Ihre zwei weiteren Bordelle, die sie später eröffnete, enthielten Folterwerkzeuge aller Art, einen besonders gebauten Stuhl zum Fesseln von Frauen und ähnliche Geräte. Später spezialisierte sich Frau Gourdan ganz auf lesbische Kundinnen. Aus Bordellen dieser Art entstanden die spezialisierten Institutionen des frühen 20. Jahrhunderts, die nur noch für eine bestimmte Geschmacksrichtung ausgerüstet waren – für Fetischisten, Masochisten, Pädophile, Homosexuelle und so weiter.

------- --- -

BLICK / Rubrik Liebe, Sex & Sinnlichkeit:

Knabenliebe



Die Knabenliebe war bei den Griechen im alten Hellas sehr verbreitet.

Sie entsprang nicht einer perversen sexuellen Neigung, sondern war eine von zwei möglichen Antworten auf die Frage, wo man in der patriarchalischen Gesellschaft des alten Hellas einen Menschen finden konnte, den man nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu lieben vermochte. Denn die Position der Ehefrau war so niedrig, ihre Erziehung und Bildung der des Mannes so tief unterlegen, dass er sie nur als Gebärwerkzeug und Haushälterin betrachten konnte.

Die einzigen Frauen, mit denen der Mann als geistig Ebenbürtige verkehren konnte, waren die Hetären (Prostituierte). Ihr Reiz lag nicht allein in ihrer sexuellen Verfügbarkeit oder erotischen Kunstfertigkeit, sondern in der Tatsache, dass sie mit den Problemen der Männer vertraut waren. Trotzdem blieben sie nur käufliche Wesen.
Der Mann, der sich sehnte, einen geistig ebenbürtigen Menschen zu lieben und ebenso geliebt zu werden, wurde zur Knabenliebe getrieben. Was ihn an dem Knaben reizte, war nicht das männliche Geschlecht, sondern seine Formbarkeit – genau das, was den Mann auch heute noch an der Frau reizt.

Es war also nicht der männliche Charakter des Knaben, sondern seine körperliche Annäherung an die Frau sowie seine weiblichen seelischen Eigenschaften – Schüchternheit, Zurückhaltung, Lern- und Hilfsbedürftigkeit –, die die Liebe des Mannes entzündeten. Sobald der Knabe ein Mann wurde, hörte er auf, ein Sexualobjekt für den Mann zu sein, und wurde etwa selbst ein Knabenliebhaber.

Lykurgos, der Gesetzgeber Spartas, erklärte, dass «niemand ein tüchtiger Bürger sein kann, der nicht einen Freund im Bette hat». All das war nur in einer Zivilisation möglich, die nicht, wie die unsrige, in panischer Angst vor der Homosexualität lebt, sondern sie als eine der vielen gleichberechtigten erotischen Bindungen zwischen zwei Menschen betrachtete. Wer es überhaupt für nötig hält, die Homosexualität als etwas Besonderes, sei es im guten oder im schlechten Sinne, zu betrachten, der offenbart bereits damit die unbewusste Angst, selber homosexuell zu sein. Hiervor hatten die Griechen keine Angst und nahmen deshalb die Homosexualität als Selbstverständlichkeit hin.


comments: Leave a comment Previous Entry Add to Memories Tell a Friend Next Entry

[icon] B.B.'s Backup - Abbasowas! Liebe, Sex und Zärtlichkeit (BLICK)
View:Recent Entries.
View:Archive.
View:Friends.
View:User Info.
View:Website (Abbasowas!).