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Subject:Abbasowas! Frauen mitschuldig am Patriarchat?
Time:03:43 am

ABBASOWAS! B.B.'s SAMMELSURIUM

- - -

ADAM UND EVA - EVOLUTION... MATRIARCHAT/PATRIARCHAT





Unter anderem wird ja auch immer wieder gerne gesagt - insbesondere von Männern -,
dass doch die Frauen genau so mitschuldig wären am Patriarchat und blablabla...
und im Grunde wollten sie's ja sowieso nicht anders und überhaupt blablabla...


Aber...




"In keiner patriarchalen Epoche waren die Lebensbedingungen für Frauen denen der Männer gleich an Macht, Besitz, Bildung und Freiheit, mit denen Verantwortung nun einmal korreliert. Ihre Möglichkeiten zur Selbstversorgung und Unabhängigkeit waren durch die patriarchalen Besitz- und Machtverhältnisse immer auf das von Männern gewünschte Maß beschränkt.

Daneben waren Frauen zusätzlich abhängig und schutzbedürftig aufgrund ihrer vielen Schwangerschaften sowie der daraus resultierenden Verantwortung für und emotionale Abhängigkeit von ihren Kindern.

Kinder stellen bis heute wesentliche Faktoren für die Erpressbarkeit und Anpassungsbereitschaft von Frauen dar.

Gewiss, sie wurden hin und wieder beteiligt an den männlichen Systemen, aber geschaffen und zu verantworten haben Frauen sie nicht.

Weder in der Gegenwart noch in der Vergangenheit war das Überleben von Frauen garantiert, ohne eine Gegenleistung in irgendeiner Form des Mittuns.
Darin besteht ja gerade das Wesen des Patriarchats, dass es das weibliche Geschlecht seiner existentiellen Eigenständigkeit beraubt.

Bis heute ist Frauen das Überleben nur auf der Grundlage ihres Mittuns möglich!

Gewiss, der Auslauf ist größer geworden. Einige Frauen haben den Sprung in die Unabhängigkeit geschafft. Aber meist nur, indem sie sich die Abhängigkeit vom Mann und seinem Wohlwollen auf einer anderen, meist institutionellen Ebene eingehandelt haben.

Mit ihrer wachsenden Befreiung wurde Frauen im Hinblick auf ihre vielfältige Unterdrückung zunehmend der Blick verstellt und das Gefühl genommen. Gleichzeitig wurden die Unterdrückungsformen immer subtiler.

Überall, wo sie sich dem Mann als Gleiche anbiedern, besiegeln sie die grundlegendste Form ihrer Unterdrückung und nehmen sie nunmehr in ihre eigenen Hände.

Der wesentliche Unterschied zwischen Frauen und Männern besteht in dieser Hinsicht darin, dass selbst weibliches Opfersein sich immer noch dem Leben verpflichtet weiß, während es von Männern gnadenlos vernichtet wird.

Das nicht zu sehen und im eigenen Handeln zu berücksichtigen könnte die eigentliche Schuld von Frauen sein!"

- - -

[Ausschnitt aus "...und wieder fühle ich mich schuldig", Christa Mulack]




Zur Erinnerung:

Frauen machen die Hälfte der Weltbevölkerung aus,
leisten fast zwei Drittel aller Arbeitsstunden,
verdienen ein Zehntel des Welteinkommens
und besitzen weniger als ein Hundertstel des Weltvermögens.

UNO, 1980






Unter anderem wird ja Frauen hin und wieder sogar vorgeworfen, dass sie "Sexuelle Macht" über Männer hätten, weil ja Männer relativ leichter irgendwelchen weiblichen Reizen erliegen würden als im umgekehrten Fall...
Ja können wir denn was dafür, wenn viele Männer offenbar wirklich besser sehen als denken können - bzw. ihr Denkorgan sich in der Hose befindet, hä?!
Ist das wohl auch der Grund für FGM und andere Grausligkeiten - weil die Männer eigentlich eine geradezu Panische Angst vor Frauen und vor der urspünglichen Weiblichen Sexualität haben? Teilweise wird ja schliesslich sogar als Grund für FGM angeführt, dass sonst der Sexualtrieb der Frauen zu stark wäre; sind da vielleicht in grauer Vorzeit mal ein müde Männer überfordert gewesen und haben deshalb so bestialische Bräuche eingeführt, häää?

Aber wie man es auch dreht und wendet, es bleibt schlussendlich die Tatsache, dass das Patriarchat (Na ja, nicht nur das Patriarchat - eigentlich keine Gesellschaftsform, gelle!) ohne die gewollte/ungewollte Mitwirkung von Frauen (und sei es nur dadurch, dass sie - ganz unpolitisch - Kinder bekommen, die dann wieder patriarchal erzogen werden) natürlich gar nicht existieren könnte...






"Ich stelle mir vor, dass am nächsten Sonntag oder Feiertag die verantwortlichen Männer, die Pfarrer, Priester, Rabbis, Imams in allen Kirchen, Synagogen und Moscheen, an allen religiösen Versammlungsorten der Welt auf ihre Gemeinden blicken und (o unsägliches Wunder!) ... keine Frauen sehen! Überhaupt keine Frauen! Weder an diesem Feiertag noch am folgenden Feiertag oder am Feiertag darauf. Keine Frauen, nie wieder.

Und ich stelle mir vor, dass im nächsten Wahljahr keine Frauen organisieren, Gelder sammeln, Wahlreden halten, Briefe frankieren, sich am Wahlkampf beteiligen oder zur Wahl gehen, dass keine Frauen politischen Versammlungen beiwohnen, Rundschreiben aushängen, Demonstrationen organisieren.

Ich sehe die Männer entsetzt schreien: Wo sind die Sklaven? Ihr ganzes schändliches System läuft Gefahr, zusammenzubrechen.

Weil sie ohne uns kein Patriarchat führen können!"

- - -

Sonia Johnson, "Going Out Of Our Minds" in Woman of Power, Nr.8,10

- - -

Frauen sind die fundamentale Stütze des religiösen Systems in der westlichen patriarchalen Zivilisation, sowie die Basis ihrer Wirtschaft. Durch die unbezahlte Arbeit von Frauen bleiben alle patriarchalen Kirchen funktionsfähig und arbeiten mit den größenwahnsinnigen Politikern und Kapitalisten Hand-in-Hand.





Verantwortung: Nein danke!
Eine Auseinandersetzung mit der "weiblichen Opferhaltung als Strategie und Taktik" (von Beate Kricheldorf)
Verantwortung: Nein danke?!

[gefunden: 29.11.2000]

Ha ha ha!
Und woher stammt wohl diese "Weibliche Opferhaltung", naaa? - Könnte es wohl vielleicht eventuell damit zu tun haben, dass die Frauen im Patriarchat lange und teilweise bis heute noch allermeistens wirklich "Opfer" waren, hmmm?
Eigentlich nur logisch, wenn sich Frauen den Gegebenheiten angepasst haben, um es sich so bequem wie möglich zu machen... Es mag schade sein, doch es ist nur natürlich, den bequemsten Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, und für sich und allenfalls für seine Kinder dabei stets den grösstmöglichen Nutzen herauszuziehen, ob das nun bewusst oder unbewusst geschieht.
Nachtrag:
Ich sag's ja: Das Patriarchat hat auch den meisten Männern im Endeffekt keinen Gefallen getan!






Erstaunlich - oder eben auch nicht - finde ich es, wenn ich beispielsweise irgendwo erzähle, dass die Story vom grossen mächtigen Mammutjäger, der Frau und Kinder mit Fleisch versorgte, wahrscheinlich nichts weiter als eine hübsche Patriarchale Erfindung ist (oder wenn ich gar noch das böse Wort "Matriarchat" fallen lasse!), dass mir dann meistens von irgendeinem Schlauberger vorgeworfen wird, meine Sichtweise wäre aber durch "Feministische Thesen" ziemlich getrübt blablabla... Dass aber sein eigenes Weltbild schon die längste Zeit von Patriarchalen Sichtweisen verzerrt ist, fällt ihm dagegen gar nicht auf, denn das ist ja "normal"!

Besonders drollig finde ich auch, wenn irgendwelche Leuten in aller Unschuld ungefähr sowas verzapfen:
Irgendein Mann: "Patriarchat ist immer noch besser als Matriarchat! Sollen etwa die Weiber regieren?!"
Irgendeine Frau: "Ich will weder Patriarchat noch Matriarchat - ich bin für Gleichberechtigung!"


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