 | ABBASOWAS! B.B.'s SAMMELSURIUM
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ADAM UND EVA - EVOLUTION... MATRIARCHAT/PATRIARCHAT |
Hat das hier geschilderte Matriarchat mit all den schönen Theorien wirklich in dieser Form jemals irgendwo tatsächlich existiert, oder ist es mehr ein Ideal-Utopia, wie es eigentlich am schönsten wäre, wobei auch real existierende Matriarchale Kulturen aber in der Praxis je nachdem auch mal was anders machten? Jedenfalls gefällt es mir als Ideal und Vorbild schon mal viel besser als die Herrschaft des Patriarchats (auch wenn ja das Patriarchat in der Praxis ebenfalls nicht überall gleich brutal ausgeprägt ist)... Aber es ist wohl wie meistens im Leben: Nicht alles ist entweder rein weiss oder rein schwarz, sondern es gibt viele Grautöne dazwischen! Vermutlich gibt's auch in einem Matriarchat bei irgendwelchen Zwistigkeiten nicht nur eitel Sonnenschein... ... und auch im Patriarchat kann man sich irgendwie noch ein relativ schönes Leben machen, wenn man's schlau anstellt, oder?! Sogar als Frau. Mit Intelligenz und Cleverness. Schönheit kann ein grosser Vorteil sein; oder ein Nachteil, je nachdem... Und natürlich darf ihr kein Mann in die Quere kommen, der sie vielleicht aus Frust, Wut oder Neid als Hexe denunzieren könnte oder gar (etwas moderner) als "unweiblich"... uuups, ich schweife wohl schon wieder ab!
Schön und gut... die THEORIE haben wir nun, wie in etwa die Matriarchalen Sichtweisen sind. Aber jetzt mal ein Bisschen Fleisch auf die Knochen: Wie sah/sieht das wohl in der PRAXIS apropos
"Gesellschaftliches Zusammenleben"
Matriarchat - wie geht's da ungefähr zu und her?
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... und im Patriarchat?
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ÖKONOMISCHE EBENE
Auf Ökonomischer Ebene gibt es meist Regeln (hängt mit Verwandtschaftslinien und Heiratsregeln zusammen) zur relativ gleichmässigen Verteilung der Güter, was verhindert, dass ein einzelnes Individuum oder eine Gruppe auf Kosten anderer Reichtümer anhäuft. - - - Meistens Garten- oder Ackerbaugesellschaften; Land und Haus als Sippenbesitz, nie als Privateigentum; Verfügungsmacht der Frauen über die entscheidende Nahrungsgrundlage; ständiger ausgleichender Austausch der lebensnotwendigen Güter...
Matriarchate = Ausgleichsgesellschaften
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Privateigentum; jedes Individuum bzw. jede Gruppe versucht möglichst viel Vermögen zu scheffeln; sofern Frauen überhaupt eigenes Vermögen erlaubt ist, befindet sich dieses doch grösstenteils in der Hand von Männern...
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SOZIALE EBENE
Es bilden sich Sippschaften aufgrund der Mütterlichen Linien (Matri-Clan), d.h. Frauen bleiben für gewöhnlich im Mütterlichen Sippenhaus (oder zumindest in der Nähe)... daran ändern auch allfällige "Heiraten" und eigene Kinder nichts (Matrilokalität). Was das "Heiraten" betrifft... Die jungen Männer aus Sippenhaus XY werden beispielsweise als Gruppe vermählt mit den jungen Frauen im Sippenhaus ZZ, wobei jedoch die Männer immer noch zum Clan ihrer Mutter gehören und bei ihren "Ehefrauen" oft nur zu Besuch sind (Besuchsehe). Kinder gehören immer zur Sippschaft der Mutter und werden nicht nur von der jeweiligen Mutter alleine, sondern gemeinsam von allen Familienmitgliedern versorgt und erzogen. Wer der biologische Vater ist, interessiert meist niemanden. Männer sind am engsten verwandt mit den Kindern ihrer Schwestern - denn Nichten und Neffen tragen auch den gleichen Clan-Namen wie sie - und sind als "Mutterbruder" wie eine Art Sozialer Vater. - - - Matriarchale Sippen, die durch Matrilinearität und Matrilokalität zusammengehalten werden; Wechselheirat zwischen je zwei Sippen (mit Ergänzungen); Besuchsehe auf Seiten der Männer; Soziale statt biologische "Vaterschaft"...
Matriarchate = nicht-hierarchische, horizontale Verwandtschaftsgesellschaften
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Patriarchale Familien mit einem Mann als Familienoberhaupt; bei der Heirat nimmt die Frau für gewöhnlich den Namen ihres Ehemannes an und gehört fortan nicht mehr zu ihrer angestammten elterlichen Familie, sondern zu der neuen Familie ihres Ehemannes, wo sie von ihrem Ehemann abhängig ist, und sich meist mehr oder weniger alleine um ihre Kindern kümmern muss - die Kinder tragen aber den Namen des Vaters und gelten als "seine" Kinder...
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POLITISCHE EBENE
Jede Entscheidung wird nach eingehender Beratung und Diskussion per Konsens getroffen. Frauen und Männer bilden für sich und dann untereinander einen Rat, bis sich alle einig sind... So geht das in Häuslichen Angelegenheiten, auf Dorfebene und auch auf der Ebene des Stammes einer Region (wo sich dann Delegierte ganzer Dörfer treffen und so lange beraten und Rücksprache mit ihren Dörfern halten, bis sich alle einig sind). Konsensbildung im Sippenhaus; Konsensbildung auf Dorf- und Stammesebene über ein Delegiertenwesen, wobei die Delegierten Kommunikationsträger und keine Entscheidungsträger sind; Abwesenheit von Klassen und Herrschaftsstrukturen...
Matriarchate = Konsensgesellschaften, in denen politische Machtanhäufung nicht möglich ist.
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Einige wenige Mächtige (seien es Könige oder gewählte Politiker) stellen Gesetze auf und regieren mit Hilfe eines Erzwingerstabes (Polizei, Armee) über die anderen; Reiche haben mehr Macht als Arme...
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SYMBOLISCH-WELTANSCHAULICHE EBENE
Eine der grundlegendsten Vorstellungen vom Kosmos und ihrem Leben ist der Glaube an Wiedergeburt - und zwar ganz konkret, dass jedes Mitglied einer Sippe die Aussicht hat, nach nicht allzu langer Zeit von den Frauen der eigenen Sippe im eigenen Sippenhaus im selben Dorf wiedergeboren zu werden. Wie im Kreislauf der Natur: Wachsen, Welken, Vergehen und die Wiederkehr im Frühling... Die Erde als grosse Ernährerin und wiedergebärende Grosse Mutter. Ein ständiger Wechsel, bei dem sich die hellen und die dunklen Seiten gesetzmässig ablösen. Die dunkle Seite ist nicht "böse", weil sie dunkel ist, sondern die dunkle ist so notwendig wie die helle Seite: Tag und Nacht, Sommer und Winter, Kommen und Gehen, Leben und Tod sind notwendig und bedingen einander. Denn aus dem Leben geht der Tod hervor und aus dem Tod wieder das Leben - alles zu seiner Zeit. Und wenn alles zu seiner Zeit eine gewisse Notwendigkeit hat, ist eine krasse Unterteilung in "Gut" und "Böse" hinfällig. Niemand kann sagen, dass die Nacht schlimmer ist als der Tag oder der Winter "böse", weil der Sommer so schön ist. Eine solche Denkweise ist matriarchalen Menschen fremd. Sie sehen auch im Weiblichen und Männlichen diese grundlegende, kosmische Polarität. Es käme ihnen nie in den Sinn, das eine Geschlecht als minderwertig oder schlechter oder schwächer zu betrachten als das andere, wie es im patriarchalen Denken üblich ist. Daraus geht hervor, dass nicht nur die Moral matriarchaler Menschen, sondern ihr gesamtes Weltbild nicht dualistisch aufgebaut ist. Und sie unterscheiden deswegen prinzipiell nicht zwischen dem Profanen und dem Sakralen. Ihnen ist die gesamte Welt mit ihren Erscheinungen heilig, sie achten und verehren die Natur und würden sie niemals ausbeuten und zerstören. Jedes Haus und jeder Herd in der Mitte des Hauses sind ihnen heilig, denn dort wohnen nicht nur die lebenden Sippenmitglieder, sondern auch die Ahninnen und Ahnen. - - - Konkreter, auf die Sippe bezogener Wiedergeburtsglaube; Kult der Ahninnen und Ahnen; Verehrung der Mütterlichen Erde und eines weiblich verstandenen Kosmos; immanente Heiligkeit der Welt; Abwesenheit dualistischer Moral; Vollständige Symbolisierung des Lebens und Handelns...
Matriarchate = Sakrale Gesellschaften
[Matriarchats-Definitionen von Heide Göttner-Abendroth entliehen]
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Oft Monotheistische Religionen mit einem mehr oder weniger abstrakten (männlichen) "Gott"; Kirche und Priester bestimmen, was "gut" und was "böse" sei, wobei zuweilen auch völlig natürliche Vorgänge tabuisiert werden, um den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen und sie leichter manipulieren zu können (z.B. "Sexualmoral") - oft geradezu lebens-(und lust-)feindlich...
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Nochmal ein paar Stichworte...
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Typisch Matriarchat ooo und typisch Patriarchat (zum Vergleich)
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Matrilokalität ooo Die Frau muss zum Mann ziehen bzw. mit diesem fortziehen und gehört nicht mehr zu ihrer angestammten Sippe...
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Matrilinearität ooo Patrilinearität (zumindest theoretisch)
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Sippe statt Kleinfamilie - Erziehung in der Gemeinschaft ooo Kleinfamilie ("Vater, Mutter, Kind") - oder Patriarchale Patrilineare Sippschaften, denen immer wieder fremde Frauen einverleibt werden müssen...
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Besuchs- und Gruppenehe statt Monogamie - biologischer Vater unbekannt oder unwichtig. Soziale Vaterrolle: der Mutterbruder</b> ooo Monogamie (zumindest für die Frau, die nicht mit anderen Männern rummachen darf, weil ja sonst die "Vaterschaft" und Herrschaft des Ehemannes in Frage gestellt würde)
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Gewaltfreiheit - Anderer Umgang mit Aggression und Macht ooo Es gilt "das Recht des Stärkeren"... - und das ganze Leben ist ein Kampf!
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Konsensgesellschaften - Fehlen schriftlicher, stets bindender Gesetze ooo Allgemeingültige Gesetze für alle! Auch wenn sich dem "Gesunden Menschenverstand" dabei die Haare sträuben... (Vor dem Gesetz sind alle gleich - aber manche sind gleicher als andere...)
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Freigebigkeit, Gegenseitigkeit, Verhinderung von Hierarchien ooo Strenge Hierarchien - und wehe, es tanzt mal jemand aus der Reihe.
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Gemeinschaften in überschaubarer Grösse ooo Mehr oder weniger grosse Zusammenwürfelungen von Indivualisten und Kleinfamilien - oft ohne Gemeinschaftssinn untereinander... (Anonymität)
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Fehlen einer Exekutive auch in straff organisierten Gesellschaften (z.B. Kreta) ooo Die Exekutiven Kräfte drücken die Gesetze (bzw. den Willen der Machthaber) notfalls auch mit Gewalt durch.
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Andere Auffassung von Fruchtbarkeit, Mutterschaft und Weiblichkeit als bei uns. ooo "Rollenverhalten" wird anerzogen... ... und die Vaterrolle wird geradezu mystifiziert.
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